*
Top_Logo
blockHeaderEditIcon
Mega-Menu
blockHeaderEditIcon

Peter Rossberger I. - 1863 - 1946

Peter Rossberger I
1863 wird Peter Rossberger I. im bayerischen Wald geboren. Als junger Mann mit 21 Jahren kommt er auf der Walz ins Allgäu, seine genauen Gründe lassen sich nicht exakt rekonstruieren. Die bekannt schlechte wirtschaftliche Situation in seiner Heimat wird wohl eine große Rolle gespielt haben. Ganze vier Jahre arbeitet er sich in der Firma "von Welde" nach oben, bis er schließlich 1888 erster Zuschneider und dann auch Geschäftsführer dieses Betriebes wird.
Herr von Welde ist Adeliger mit Tradition, Großgrundbesitzer und Inhaber eines der größten Schneiderbetriebe im Allgäu. In dieser Zeit lernt Peter Rossberger I. seine zukünftige Frau Therese kennen, die er im Jahr 1889 heiratet. Zwei Jahre später, 1891, wird sein Sohn Peter Rossberger II. alias "Lodenpeter" geboren. Somit ist nun das Auskommen gesichert, die Familie gegründet und der Nachwuchs gezeugt. Eigentlich war alles geregelt; aber es kommt meistens anders, als man denkt...

Herr von Welde hat eine Leidenschaft, von der er nicht lassen kann. Die Spielsucht treibt ihn mit der Zeit in den Ruin. Er rennt von Casino zu Casino, um endlich den großen Coup zu landen und endet im Verderben. Er verliert sein gesamtes Vermögen und muß sich schließlich auch von seinem Schneidereibetrieb lösen.
Sein größter Lohnschuldner heißt: Peter Rossberger. Ihm übergibt er das Geschäft. Somit beginnt die Geschichte der Firma Peter Rossberger im Jahre 1899.
Damals heißt das Geschäft noch "Erstes Allgäuer Loden-Spezial und feines Tuch und Maßgeschäft" und beschäftigt schon 70 Angestellte und 120 Heimarbeiter. Alle Familienmitglieder arbeiten im Betrieb. Kronprinz Luitpold verleiht die ersten Medaillen, die von der Güte und Qualität der Produkte jener Zeit zeugen.
Kronprinz Rupprecht selbst wird Kunde mit seiner könglichen Jagdgesellschaft. Bestellt werden Havellocks, Pellerinen, Kozen, Bundhosen in feinster Ausführung und großer Menge.
Beide Weltkriege erlebt Peter Rossberger I., beide gehen an ihm vorbei. 1914, als der Erste Weltkrieg beginnt, ist er schon ein reifer Mann mit 51 Jahren, für den Wehrdienst eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Zwischen 1939 und 1945 ist er auch die eiserne Stütze des durch den schrecklichen Krieg in sich zusammenbrechenden Betriebes. Adolf Hitler hat es geschafft, den um die Jahrhundertwende florierenden Laden auf wenige Mitarbeiter zu dezimieren.
Auch noch mit 80 Jahren geht Peter Rossberger in seinem Beruf auf: zuschneiden, zuschneiden, zuschneiden ... bis er schließlich 1946, ein Jahr nach Kriegsende, im Alter von 83 Jahren stirbt. Sein Lebenswerk hat Maßstäbe gesetzt.

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail