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Peter Rossberger III. - 1915 - 1993

Peter Rossberger III

Peter Rossberger III. wird 1915 in Kempten im legendären Rosengärtle geboren. 1929 beginnt er eine Schneiderlehre in Stuttgart und fährt mit dem Fahrrad dorthin. Sein Vater muß dafür 180,-- DM Lehrgeld zahlen, was zu dieser Zeit sehr viel Geld ist. Die Lehre ist streng, im Winter muß er frühmorgens die Öfen beheizen, den verwöhnten Töchtern des Hauses muß er regelmäßig die Schuhe putzen.

Trotzdem, so sagt man, hat er von dieser harten Zeit profitiert. 1933 ist er zurück in Kempten, hält es hier aber nicht lange aus und begibt sich auf die Walz nach Lindau, Konstanz und Berlin.
In Berlin kann er sich in eine gehobene Stellung hocharbeiten. 1936 wird er unter dem totalitären Regime Hitlers in den Arbeitsdienst nach Mittenwald eingezogen. Wieder macht er sich mit Fahrrad auf den Weg. Im Lager leitet er eine Werkstatt mit 15 Schneidern und stellt Uniformen her.

Nach dem Arbeitsdienst 1937 will er endlich, seinem kreativen Drang folgend, etwas anderes tun. Er wechselt an die Theaterschneiderei in Dessau. Auf einem Kongress lernt er die Frau seines Herzens kennen und verlobt sich 1938 mit der hübschen Tochter aus der damals weltbekannten Schneiderdynastie Knize. Prompt bekommt er auch das Angebot, erster Zuschneider in dieser berühmten Firma zu werden. Er leitet die Schneiderei in Breslau von 1939 bis 1941. Dann macht ihm der Krieg einen Strich durch die Rechnung. Er muß nach Frankreich, danach nach Russland und ist einer der wenigen Überlebenden des "Kessels von Stalingrad".
Ende 1945 kehrt er aus der Gefangenschaft zurück. Breslau ist dem Erdboden gleich und völlig zerbombt. Seine Verlobte wird er nie mehr wiedersehen.
Nun gibt es nur noch die Rückkehr nach Kempten. Er beginnt in einer Kellerwerkstatt. 1946 erbt er vom Gründer der Dynastie eine kleine Herberge. Schon bald arbeiten in dieser winzigen Wohnung 15 Gesellen in Wohnzimmer, Schlafzimmer, Flur und Bad. Ein untragbarer Zustand!
Er versucht vergeblich, die alten Rossberger-Räume am Hildegardisplatz wiederzubekommen, erhält dafür aber 1950 die Ladenräume in der Gerberstraße 43.
1947 wird seine Tochter Ilka geboren. 1949 erblickt Peter Rossberger IV. das Licht der Welt. Die Gerberstraße wächst und wächst. Im vorderen Ladengeschäft findet man einen Verkaufs- und Proberaum sowie einen Zuschnittraum und das Büro. Die Werkstatt ist im Hinterhaus und beschäftigt bis zu 35 Gesellen. Deshalb muß 1961 schon wieder umgezogen werden. Königstraße 20 ist die gebührende neue Adresse der fleißigen Familie.
Die Jahre 1960 bis 1990 sind mit vielen Ehrungen gepflastert: 1968 Auszeichnung mit dem Bayerischen Staatspreis, 1972 die höchste Auszeichnung in der Schneiderei - Erringung des Wanderpreises. Mehr als 40 Goldmedaillen kann der Betrieb nachweisen. Das Bundesverdienstkreuz und der goldene Meisterbrief seien nur am Rande erwähnt.
1980 gründen Vater und Sohn eine OHG. 1986 zieht sich Peter Rossberger III. aus dem geschäftlichen Leben zurück. Er stirbt 1993 im Alter von 79 Jahren - ein bewegtes Leben ist zu Ende.

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